Und ganz nebenbei lernte unser Sohn radfahren


Unser Sohn nahm seit er 3 Jahre alt war an den wöchentlichen Radausflügen mit Giles teil. Die Saison startete im September, wo neue (kleinere) Kinder zur Gruppe dazukamen und die anfänglich kurzen Strecken mit vielen Spielplatz-Besuchen, steigerten sich im Laufe der Wochen allmählich zu längeren Touren.

Wir wussten damals noch überhaupt nichts von Laufrädern und dass Kinder in diesem Alter bereits am Strassenverkehr aktiv teilnehmen konnten, aber wir konnten uns ein paar Radausflugs-Videos ansehen und wir waren sofort überzeugt – der Spass war den Kindern gross ins Gesicht geschrieben, unsere Bedenken zum Thema Sicherheit konnte uns Giles mit seiner Erfahrenheit und seinem Umgang mit den Kindern nehmen.

Ganz wie nebenbei erlernte unser Sohn die Verkehrsregeln und worauf man beim Radfahren im Strassenverkehr achten muss. Sichertheitstraining bei Giles beeinhaltete neben dem Erlernen der Strassenverkehrsregeln auch, dass sich die Kinder in ein Auto setzten und bewusst sehen konnten, dass sie für einen Autolenker in vielen Situationen nicht so sichtbar waren. Weiters lernten sie auch, dass es wichtig ist zu hören, ob ein Auto kommt und dieses „Hörtraining“ wurde an gezielten Strecken aktiv geübt.

Zuhause konnten wir viel entspannter Radtouren unternehmen, da wir sahen, dass unser Sohn automatisch an jeder Kreuzung oder Abbiegung stehen blieb und schaute –  und das schon nach wenigen Wochen – auch bei einem Zebrastreifen fuhr er nicht gleich drüber, sondern absolvierte das wichtige Links-Rechts-Links schauen. Er blieb mit einer Selbstverständlichkeit auf der rechten Strassenseite, was für uns Eltern die Ausflüge wesentlich entspannender machte.

Jetzt, nach 3 Jahren Radausflug ist unser Sohn längst soweit, dass er seinen kleineren (mittlerweile 3-jährigen) Bruder darauf aufmerksam macht, dass er rechts bleiben soll, unbedingt hinter ihm fahren muss und dass sie bei der Kreuzung stehen bleiben müssen – mit Sicherheitsabstand versteht sich. „Mama das musst du mir nicht sagen, dass weiss ich doch schon längst von Giles“ – ist einer der Sätze, die uns als Eltern im Laufe der Zeit immer wieder verblüfften. Im Rückblick müssen wir auch feststellen, dass es eine viel grössere Lernkurve für uns Eltern bedeutete, unserem Sohn diese Selbständigkeit zuzutrauen, zu entspannen und zu sehen, dass er auf ganz natürliche Weise die Regeln des Strassenverkehrs erlernen und wie selbstverständlich anwenden kann. Wichtig dabei ist natürlich eine gewisse Regelmässigkeit und Kontinuität – wie in allen Dingen des Lebens gehören Übung und Training dazu.

Auf jeden Fall sind die Radtouren eine grosse Bereicherung für die Kinder – sie sind den ganzen Tag im Freien unterwegs, können ihre Energie ausleben und sehen nebenbei interessante Ausflugsziele ( in unserem Fall Hirschstettner Badeteich, Praterwiese, Alte Donau, Mühlwasser..).

Tina Pichler-Gyemant