Mein Sohn war 5 Jahre alt, als er in die Kindergruppe Sonnenmaus ging. Dort machte er jede Woche bei jedem Wetter, also auch im Winter bei Schnee und bei Wind und Regen Fahrradausflüge mit Giles.

Am Anfang war ich sehr verunsichert und hatte eigentlich große Angst. Mein Sohn fährt einen ganzen Tag Rad, wird er keinen Unfall machen? Wird ihn kein Auto zusammen fahren? Immerhin fährt er mit einer ganzen Gruppe. Wie kann Giles, der Fahrrad- und Verkehrstrainer auf alle Kinder der Gruppe Acht geben? Das war sehr aufregend für mich und auch für Karim – für ihn allerdings im positiven Sinn. Er hat viel Spaß dabei gehabt und auch sehr viel gelernt.

Heute und eigentlich schon lange habe ich gar keine Angst mehr, dass er nicht aufpassen würde im Verkehr. Er ist sehr aufmerksam, schaut links-rechts-links, bei jeder Ausfahrt, ob nichts kommt, regt sich auf wenn andere bei Rot über die Straße laufen und auch wenn er mit anderen Kindern unterwegs ist und sie Spaß haben und lachen und albern, vergisst er nie genau zu schauen, bevor er die Straße überquert.

Anderen Müttern ist das auch positiv aufgefallen, und sie fragten mich, wie ich das denn geschafft hätte, dass Karim so sicher im Straßenverkehr ist. Auch in der Schule – er geht jetzt in die 1.Klasse – als ein Polizist in der Schule war und über Sicherheit im Verkehr gesprochen hatte, meinte Karim, der hat ja gar nichts Neues erzählt. Das war langweilig, das kenne ich doch schon alles.

Auch mit dem Fahrrad ist er so sicher geworden. Er hält genug Abstand zum Vorderen, er gibt Handzeichen, auch bei Regen und Wind fährt er sicher und er kann lange und ausdauernd fahren.

Mit fünf Jahren ist er an einem Tag schon 23 km gefahren, zwar mit vielen Pausen, aber das ist für einen Fünfjährigen doch ein ganz schönes Stück.

Auch ich habe viel von Giles gelernt, genug Pausen einplanen und zwar früh genug, bevor das Kind Müdigkeit zeigt, ansonsten mag es nicht mehr. Auch nicht schimpfen, wenn es irgendeinen Fehler macht, denn das ist ihm dann so und so sehr unangenehm. Besser ihn zurückfahren lassen, und dasselbe noch einmal richtig machen lassen.

Er kennt auch viele Plätze und Wege im Bezirk, in dem wir wohnen und auch darüber hinaus, schon beinahe mehr als ich. Er sagt dann, das kenne ich schon, da bin ich schon mit Giles gefahren.

Auch in der Natur hat Karim viel gelernt. Wenn er sich verletzt, sucht er Spitzwegerich, kaut den und gibt ihn auf die Verletzung.

Er ist auch sehr selbstbewusst geworden. Eine Mutter eines Schulfreundes hat mich angesprochen und gesagt, ihr Sohn ist so selbstsicher. Das würde ich mir für meinen Sohn auch wünschen.

Giles macht auch immer viele Geschicklichkeitsspiele für die Kinder: Klingelschießen (dabei liegt eine Klingel am Boden, die sie mit dem Fahrrad wegschubsen), fischermen’s friend (dabei hängt Giles an Schnüre Waffeln und die Kinder versuchen diese mit dem Mund während dem Rad fahren runter zu essen, sie versuchen mit einem Holzschwert Ringe aufzugabeln, usw.

Kinder lieben Giles. Er hat ein sehr gutes Einfühlungsvermögen und Gespür dafür, was Kinder brauchen und gern haben.

Edeltraud Eder