Kennenglernt haben wir Giles Ross durch unsere Kindergruppe. Mein erster Eindruck von ihm war „ein schräger Vogel“. Mein Sohn damals 2 ½ hat in jedoch sofort ins Herz geschlossen und auch als ich sah wie Giles mit ihm umging, ging mir das Herz auf. Er hat ein großartiges Gefühl sich mit Kindern auf deren Level zu unterhalten und sie dennoch immer wieder zu fördern und fordern selbstständig zu agieren.

Giles zeigt mit sehr viel Ruhe den Kindern wie sie sich bei einer Hauseinfahrt, einer Kreuzung und jeder anderen auftretenden Verkehrssituation verhalten sollen. Er nimmt sich die Zeit (die wir Eltern im Alltag oft nicht aufbringen können) mit jedem Kind die aktuelle Situation zu erfassen, besprechen und abzuwägen wie man jetzt umgeht. Er zeigt den Kindern wie es dem Autofahrer geht, wenn ein kleiner Mensch wo steht. Wann sieht der Autofahrer Kinder und wann nicht. Er schärft die Sinne der Kinder – bei einer unübersichtlichen Kreuzung wird gehört ob ein Auto kommt und wenn ja, kann das Kind benennen aus welcher Richtung es kommt. All diese Trainings und noch viele mehr, haben unsere beiden Kinder zu sehr aufmerksamen und äußerst vertrauenswürdigen Verkehrsteilnehmern gemacht. Sowohl als Radfahrer als auch als Fußgeher.

Wenn unsere Kinder am Gehsteig mit andern vorliefen und zu einer Kreuzung kamen wurden die Eltern der gleichaltrigen Kinder immer sehr nervös und riefen Stop oder ähnliches. Wir hatten durch Giles Training das Vertrauen und Wissen, dass unsere beiden stehen bleiben würden.

Das Verkehrstraining ist ein ganz großartiger Aspekt den Giles vermittelt. Mindestens genauso toll finde ich jedoch auch seinen Zugang zur Natur, die er den Kindern vermittelt. Durch seine naturverbundene Art entdeckt er mit den Kindern das ein beispielsweise umgefallener Baum ein tollerer Spielort ist als so mancher Spielplatz. Ebenso zeigt er den Kindern die Pflanzenwelt und was man mit ihr tun kann. Ich habe so gelernt, dass Spitzwegerich gegen kleine Wunden hilft, danke Giles.

Weiters bietet das Fahrradtraining für unsere Kinder einen ganz tollen Umgang mit dem Fahrrad und ihrem Gleichgewichtssinn. Wenn ich ehrlich bin, beherrschen meine Söhne ihre Fahrräder weitaus besser als ich, meines. Er zeigt den Kindern wie sich die Beschaffenheit des Bodens auf das Fahrverhalten auswirkt. Er bringt ihnen auch das einhändige Fahren für Handzeichen bei. Verglichen mit gleichaltrigen Kindern, sieht man hier, wieviel sich unsere Kinder mehr ihrer Fahrkenntnisse selbst bewusst sind als andere Kinder.

Der durch das Training und Laufrad geschulte Gleichgewichtssinn unseres Jüngsten, hat bewirkt, dass er 2 Wochen vor seinem 3. Geburtstag aufs Fahrrad gestiegen ist und losgefahren ist (ohne, dass jemand mit ihm sattelhaltend mitlaufen musste). Er fiel damals überall auf, denn kaum einer konnte glauben, dass er mit seinem Alter schon so gut mit dem Fahrrad umgehen konnte. Mittlerweile fährt er schon so souverän und mit entsprechender Kondition, dass er als vierjähriger Radtouren von fast 40 Kilometern, in 4 Stunden locker meistert (und danach noch den ganzen Nachmittag Fussball spielt – alles freiwillig)

Auch für uns Eltern sind die Fahrradtrainings ein ständiger Lernprozess. Beispielsweise, bei einer Kreuzung geh in die Hocke und schau dir an wie dein Kind den Verkehr sieht, bis hin zu Habe Vertrauen, dein Kind weiß wie es auch mit komplexen Verkehrssituationen umgeht. Dieses Vertrauen ist nicht blindlings, es ist erarbeitet. Wir haben gesehen wie sich unsere Kinder von Woche zu Woche in ihrer Aufmerksamkeit und Selbstsicherheit gesteigert haben.

Nachdem Giles seine Arbeit in der Kindergruppe unserer Kinder beendet hatte und uns mitteilte er würde nun seinen Fokus nur noch auf Radausflüge legen, waren wir sehr froh! Unsere Kinder hatten damit weiterhin die Chance mit einem so besonderen „schrägen Vogel“ fahren und Zeit verbringen zu können, der eine Bereicherung für Ihr beider Leben geworden ist und mittlerweile für unsere ganze Familie. Giles wir wünschen ganz vielen Kindern, dass auch sie diese Erfahrungen mit dir machen können.

D. Christer